Danke, Thomas. Ein Kapitel geht zu Ende – und wirkt weiter.
Mit dem Jahresende 2025 hat sich Thomas Ney aus dem aktiven Berufsleben bei NEY DENTAL verabschiedet. Nach vielen Jahrzehnten als Unternehmer, Gestalter und Impulsgeber beginnt für ihn nun ein neuer Lebensabschnitt. Einer, der gut vorbereitet war.
Wie fühlt sich dieser Schritt an?
„Sehr gut“, sagt Thomas. „Die Übergabe an Alexander ist gelungen. Und für mich ist meine Rente als Selbständiger abgesichert. Es fühlt sich ein bisschen an wie ein Wochenende ohne Bundesliga. Man weiß, da fehlt etwas – aber man hat trotzdem immer etwas zu tun.“
Dieser Satz beschreibt viel. Es ist kein abruptes Ende, sondern ein bewusster Übergang.

Vom Handwerksbetrieb zum Unternehmen
Die Geschichte von NEY DENTAL beginnt nicht mit einem leichten Start. Thomas war bereits zuvor selbständig. Nach dem Ausstieg aus seiner ersten Partnerschaft gründete er NEY DENTAL neu. Mit kleinem Equipment, ohne Angestellte, aber mit klarer Haltung.
Es ging nie nur darum, Zahnersatz zu fertigen. Es ging darum, aus einem klassischen Handwerksbetrieb ein echtes Unternehmen zu formen. Unternehmerisches Denken war für Thomas von Anfang an zentral. Er wollte eine Rolle in Braunschweig spielen. Sichtbar sein. Relevanz haben. Verantwortung übernehmen.
Rückblickend war genau das der Wendepunkt. Der Moment, in dem klar wurde, dass hier mehr entsteht als nur ein Dentallabor.
Meilensteine, Mut und Digitalisierung
Auf dem Weg dorthin gab es viele Meilensteine. Thomas betont, dass er nie allein war. Seine Frau Marion, sein Umfeld, sein Team – sie alle haben Impulse gegeben, gefordert und gefördert.
Ein prägender Faktor war seine frühe Technikaffinität. Schon lange bevor Digitalisierung zum Branchenthema wurde, wollte Thomas moderne Technologien ins Labor bringen. Aus Neugier, aus Begeisterung, aus Überzeugung.
„Der Erfolg gibt einem Recht. Wer heute erfolgreich ist, ist diesen Weg gegangen.“
Mit Alexander kam ein weiterer entscheidender Impuls hinzu. Erst als angestellter Zahntechnikermeister, später als Geschäftspartner. Gemeinsam trieben sie die technische Innovation konsequent voran. Thomas sagt offen, dass er diesen Weg allein nicht in dieser Geschwindigkeit hätte gehen können.
Auch die Corona-Krise war eine persönliche Herausforderung. Verantwortung zu tragen, Entscheidungen zu treffen, Sicherheit zu schaffen – all das gehörte zum Unternehmersein dazu.
Menschen formen, Teams entwickeln
Für Thomas war immer klar: Ohne Team ist ein Unternehmen nichts.
Die größte Aufgabe war nicht nur die technische Weiterentwicklung, sondern das sogenannte Change Management. Menschen mitzunehmen. Prozesse zu verändern. Teams zu vernetzen. Vertrauen zu schenken und gleichzeitig Orientierung zu geben.
Er sah sich selbst immer auch als Coach für das Team. Freiheit und Vertrauen waren zentrale Elemente seiner Führung. Kontrolle gab es, aber nicht als Misstrauen, sondern als Qualitätssicherung. Dieses Zusammenspiel brachte die besten Ergebnisse.

Vom Goldschmied zum digitalen Dentallabor
Die Zahntechnik hat sich in den letzten Jahrzehnten radikal verändert. Vom klassischen Wachsmodell hin zu CAD CAM, Scannern und digitalen Workflows.
Gezweifelt hat Thomas nie. Für ihn war klar, dass sich ein Handwerksbetrieb weiterentwickeln muss, auch wenn niemand einem dabei hilft. Die Transformation vom handwerklichen Betrieb zur technisch modernen Einheit war eine der größten Herausforderungen – und gleichzeitig der Schlüssel zum Erfolg.
Mit einem Augenzwinkern erinnert er sich: „Wir wollten den Umsatz bis 15 Uhr erreichen, für den wir früher bis 18 Uhr gearbeitet haben. Und danach ein Bier trinken.“
Effizienz war nie Selbstzweck, sondern Mittel zur Freiheit.

Marion – Kultur, Struktur und Herz
Ohne Marion Heske-Ney wäre NEY DENTAL nicht das, was es heute ist. Von Beginn an war sie ein zentraler Teil des Unternehmens. Organisation, Personal, Marketing und Unternehmenskultur – all das trug ihre Handschrift.
Als ausgebildeter Business Coach brachte sie Strukturen ins Unternehmen. Sie prägte die Kultur vom Geburtstagstisch bis zum Zahnarztgeschenk. Diskussionen gehörten dazu. Sie belebten das Unternehmen.
Thomas sagt klar: Ohne Marion wäre dieser Weg nicht möglich gewesen.

Die geplante Nachfolge
Die Übergabe an Alexander war kein spontaner Entschluss, sondern langfristig vorbereitet. Thomas kannte genug Negativbeispiele aus dem Handwerk. Ihm war klar, dass eine Nachfolge gestaltet werden muss.
Natürlich spielte auch die wirtschaftliche Seite eine Rolle. Ein Unternehmen kann man schließen, an eine Kette verkaufen oder an die nächste Generation übergeben. Es gab Anfragen. Doch für Thomas stand fest, dass er die Zukunft selbst mitgestalten möchte.
Ein Verkauf an eine Kette hätte bedeutet, sich fremden Regeln zu unterwerfen. Das wollte er nicht – vor allem im Sinne der Mitarbeitenden und der gewachsenen Unternehmenskultur.
Mit Alexander als Nachfolger blieb die Eigenständigkeit erhalten.

Loslassen können
Für viele Unternehmer ist das Loslassen der schwerste Teil. Für Thomas war es ein Prozess.
Nach einer gesundheitlichen Phase begann er, sich bewusst zurückzunehmen. Aufgaben wurden delegiert. Verantwortung verteilt. Das Unternehmen begann, ohne ihn zu laufen.
„Irgendwann kam sogar Langeweile auf. Das war das Signal, dass es Zeit ist aufzuhören.“
Vertrauen zu schenken war für ihn nie neu. Er hat es bei Mitarbeitenden immer praktiziert. Jetzt galt es, dieses Prinzip auf sich selbst anzuwenden.
Was bleibt und was kommt
Rückblickend würde Thomas alles genauso wieder machen. Wenn ein Betrieb richtig aufgebaut ist, entwickelt er eine Eigendynamik. Man ist nicht nur Vortänzer, sondern Teil eines Systems, das sich selbst stabilisiert.
Einziger Rat an sein jüngeres Ich: Früher konsequenter sein. Weniger durchgehen lassen. Nicht zu nett sein. Auch das gehört zum persönlichen Werdensprozess eines Unternehmers.
Im Ruhestand freut er sich vor allem auf eines: mentale Freiheit. Als Selbständiger war er 24 Stunden am Tag verantwortlich. Am Strand, im Bett, im Büro – das Paket war immer da. Diese permanente Last ablegen zu können, bedeutet für ihn echte Entlastung. Dazu kommt zeitliche Flexibilität. Raum für Dinge, die im Alltag zu kurz kamen.
Eine Botschaft zum Abschluss
An die Mitarbeitenden und Kundinnen und Kunden richtet Thomas einen klaren Wunsch:
„Weiter so machen. Das Vertrauen in die Institution NEY DENTAL und in Alexander ist da. Ich wünsche mir, dass Mitarbeitende und Kunden dieses Vertrauen beibehalten.“
NEY DENTAL geht in eine neue Phase. Mit gewachsener Struktur, starker Kultur und klarer Führung. Das Fundament, das Thomas über Jahrzehnte gelegt hat, trägt weiter.
Danke, Thomas. Für Mut, Weitblick und Unternehmergeist.

